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Schiffsbeteiligung

Wie funktioniert eine Schiffsbeteiligung?

Zweck eines Schiffsfonds ist der Erwerb von einem oder mehreren Schiffen und deren laufender Betrieb zur Erzielung von Gewinnen aus der Vercharterung. Die Finanzierung des / der Schiffe erfolgt über das Eigenkapital der Kommanditisten und über die zusätzliche Fremdkapitalaufnahme bei schiffsfinanzierenden Banken. Bei den Schiffen kann es sich sowohl um gebrauchte Schiffe oder auch um Neubauten handeln. Es gibt verschiedene gängige Fondskonzeptionen (beispielsweise: Einzelschiff mit langfristigem Chartervertrag, Flotte gleicher Schiffe, Flotte unterschiedlicher Schiffe, ...). Die üblichen Schiffsarten sind Containerschiffe, Tanker sowie Massengutfrachter in allen Größenklassen. Es werden jedoch auch Schiffsbeteiligungen an Spezialschiffen im Markt angeboten, nicht zu vergessen Schiffsbeteiligungen an Kreuzfahrtschiffen. 

       Verlauf des Fonds

Nachdem ein Schiff von der Werft abgeliefert wurde, überlässt die Fondsgesellschaft das betriebsbereite (und gegebenenfalls auch bemannte) Schiff einem Unternehmen (Charterer) und erhält dafür eine vereinbarte Charter, die üblicherweise in US-Dollar gezahlt wird. Aus den Chartereinnahmen werden nach Abzug der Kosten für den Schiffsbetrieb, das Management und die Verwaltung sowie den Zinsen und Tilgungen für aufgenommene Kredite die Ausschüttungen für die Kommanditisten bestritten. Zu beachten ist, dass die Ausschüttungen an die Kommanditisten Liquiditätsüberschüsse der Gesellschaft darstellen. Geplant ist in der Regel der vorzeitige Verkauf des Schiffes sobald sich eine günstige Gelegenheit ergibt. Das heißt, den Anlegern wird ein Verkaufsvorschlag unterbreitet, sobald sich ein Käufer findet, der bereit ist einen angemessenen Preis zu zahlen, durch den die Anleger eine gute Gesamtrendite ihrer Investition erwartet. Nach dem Verkauf der Schiffe wird die Gesellschaft auseinandergesetzt, das heißt die Anleger bekommen entsprechend der vertraglichen Regelungen im Gesellschaftervertrag ihren Anteil am Auseinandersetzungsguthaben.

Schiffsklassen

Die kommerzielle Seefahrt kann nach Einsatzzwecken in die Handelsschifffahrt, Passagierschifffahrt, Fährschifffahrt, Spezialschifffahrt und die Fischerei unterteilt werden. Für das Thema Schiffsbeteiligungen ist in erster Linie die Handelsschifffahrt interessant. Diese teilt sich wiederum in verschiedene Sparten auf: Für den Transport von Massengütern bzw. Rohstoffen werden Massengutfrachter (Produktentanker) bzw. Tanker genutzt. Für Stückgut werden heutzutage Containerriesen und Kühlschiffe eingesetzt. Ein weiterer für Beteiligungen interessanter Bereich ist die Schlepper und Bulker sowie Panamax Schiffe.

Besteuerung der Erträge

Schiffsbeteiligungen sind unternehmerische Beteiligungen und Schiffsfondsgesellschaften erzielen Einkünfte aus Gewerbebetrieb. Das steuerliche Ergebnis wird von der Gesellschaft ermittelt und nach der jeweiligen Beteiligungshöhe rechnerisch auf die einzelnen Anleger verteilt. Die Anleger sind dann im Rahmen ihrer Einkommenssteuer steuerpflichtig. Das steuerliche Ergebnis der Gesellschaft ist völlig unabhängig von der Höhe der Ausschüttungen. Die Ausschüttungen an die Anleger werden lediglich als Entnahmen von Liquiditätsüberschüssen angesehen.

Voraussetzungen für die Anwendung der Tonnagebesteuerung:

  • die Gesellschaft stellt einen entsprechenden Antrag
  • das Schiff wird im internationalen Verkehr betrieben
  • die Bereederung des Schiffes erfolgt im Inland
  • die Geschäftsleitung der Fondsgesellschaft hat ihren Sitz im Inland
  • das Schiff ist in einem deutschen Register eingetragen

An einen Antrag auf Tonnagebesteuerung ist die Gesellschaft 10 Jahre lang gebunden.